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Adidas liefert Rekordjahr ab - Vorsichtiger Ausblick für 2026 drückt die Aktie
Adidas steigert Umsatz und operativen Gewinn 2025 deutlich, erhöht die Dividende und kündigt einen Aktienrückkauf an. Dennoch gerät die Aktie unter Druck, weil der Ausblick für 2026 hinter den hohen Erwartungen des Marktes zurückbleibt.
Adidas hat für 2025 Zahlen vorgelegt, die operativ klar für den Konzern sprechen. Umsatz, operativer Gewinn und Nettogewinn legten deutlich zu, dazu kommen eine höhere Dividende und ein neues Aktienrückkaufprogramm. Trotzdem reagierte die Börse negativ. Die Aktie verlor nach der Vorlage der Zahlen Anfang März spürbar an Wert. Entscheidend war dabei nicht das abgelaufene Geschäftsjahr, sondern der Blick auf 2026.
Nach Unternehmensangaben stieg der Umsatz 2025 auf 24,81 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis kletterte auf 2,056 Milliarden Euro, nachdem es im Vorjahr noch bei 1,337 Milliarden Euro gelegen hatte. Die operative Marge verbesserte sich damit auf 8,3 Prozent. Auch unter dem Strich fiel der Fortschritt deutlich aus: Der Gewinn aus fortgeführten Geschäften stieg auf 1,377 Milliarden Euro, das Ergebnis je Aktie auf 7,46 Euro.
Hinzu kommt, dass Adidas seine Aktionäre stärker am Aufschwung beteiligen will. Für 2025 schlägt das Unternehmen eine Dividende von 2,80 Euro je Aktie vor, nach 2,00 Euro im Vorjahr. Außerdem soll 2026 ein Aktienrückkauf im Volumen von bis zu 1 Milliarde Euro starten. Damit sendet das Management grundsätzlich ein Signal des Vertrauens in die eigene Ertragskraft.
Warum also fällt die Aktie trotzdem? Der Hauptgrund liegt im Ausblick. Für 2026 erwartet Adidas ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich und ein operatives Ergebnis von rund 2,3 Milliarden Euro. Das wäre zwar erneut ein Anstieg. Am Markt hatte man sich jedoch mehr erhofft. Reuters verwies auf Analystenschätzungen von rund 2,72 Milliarden Euro. Damit lag die Prognose deutlich unter dem, was viele Investoren im Vorfeld eingepreist hatten.
Belastend kommt hinzu, dass Adidas selbst für 2026 Gegenwind von rund 400 Millionen Euro aus US-Zöllen und ungünstigen Währungseffekten erwartet. Die Zahlen zeigen also zwei Seiten zugleich: Das Geschäft läuft klar besser als noch vor wenigen Jahren, aber die nächste Stufe beim Gewinnaufbau könnte schwieriger werden als vom Markt erwartet. Genau diese Differenz zwischen operativer Verbesserung und Börsenerwartung belastete den Kurs.
Auch deutsche Marktbeobachter ordneten die Reaktion in diese Richtung ein. dpa-AFX sprach davon, dass Investoren auf den Ausblick verschnupft reagierten. Zeitweise verlor die Aktie in Frankfurt mehr als acht Prozent, bevor sich das Minus im Tagesverlauf etwas verringerte. Damit wurde deutlich, dass der Markt Adidas inzwischen an einer höheren Messlatte misst als noch in der Phase der reinen Turnaround-Hoffnung.
Strategisch bleibt das Bild dennoch konstruktiv. Adidas gewinnt in wichtigen Märkten weiter Marktanteile, profitiert von starker Nachfrage in Bereichen wie Running, Football und Originals und will seinen Wachstumskurs bis 2028 fortsetzen. Das Unternehmen erwartet auch in den kommenden Jahren ein hohes einstelliges Umsatzwachstum und eine überproportionale Verbesserung der Profitabilität.
Für Anleger ergibt sich daraus ein gemischtes, aber nachvollziehbares Bild: Adidas hat 2025 operativ überzeugt und die Grundlagen für weiteres Wachstum gelegt. Kurzfristig zeigt die Aktie jedoch, wie sensibel stark beachtete Qualitätswerte auf vorsichtige Prognosen reagieren. Gute Zahlen waren diesmal nicht das Problem. Das Problem war, dass der Ausblick auf 2026 nicht stark genug war, um die hohen Erwartungen des Marktes sofort zu erfüllen.
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