Neue EU-Zölle könnten deutsche Exportwirtschaft um 20% schwächen. Automobilindustrie besonders betroffen (-4%). EZB warnt vor BIP-Rückgang von 0,3%. Eurozone-Wachstumsprognose für 2025 auf 0,6% gesenkt.
Die wirtschaftliche Erholung in Europa gleicht derzeit einem Drahtseilakt. Während die Europäische Zentralbank (EZB) mühsam versucht, die Teuerungsrate in Richtung der 2-Prozent-Marke zu drücken, droht von außen neues Ungemach. Experten warnen: Eine neue Welle von Handelszöllen könnte die mühsam erreichte Preisstabilität untergraben und besonders den deutschen Mittelstand ins Mark treffen.
Lange Zeit galt die Globalisierung als Garant für sinkende Preise. Doch die geopolitische Wetterlage hat sich gedreht. Zwischen den USA, China und der EU verschärfen sich die Handelskonflikte. Neue Importzölle – etwa auf Elektrofahrzeuge oder Schlüsseltechnologien – werden zunehmend als politisches Druckmittel eingesetzt.
Das Problem dabei: Zölle sind faktisch Steuern auf den Konsum. Wenn ein Bauteil an der Grenze teurer wird, sinkt die Gewinnmarge der Unternehmen. Um dies auszugleichen, steigen die Endpreise für die Verbraucher. Damit wirkt der Protektionismus wie ein künstlicher Inflationstreiber, den die Notenbanken nur schwer kontrollieren können.
Als "Exportweltmeister" reagiert Deutschland besonders empfindlich auf Störungen im Welthandel. Die deutsche Wirtschaft ist wie kaum eine andere in globale Lieferketten eingebunden.
Die Politik steht vor einem Dilemma. Einerseits möchte man die heimische Industrie vor unfairem Wettbewerb schützen, andererseits darf man die Inflation nicht weiter anheizen. Ökonomen plädieren daher für eine diplomatische Lösung, da eine Eskalation des Zollstreits das Wirtschaftswachstum in der gesamten EU massiv bremsen könnte.
Wirtschafts-Check: Sollte das Handelsvolumen durch neue Barrieren um nur wenige Prozent sinken, könnte dies das deutsche BIP-Wachstum bereits spürbar in den negativen Bereich drücken.